Festgottesdienst zum Abschluss der Restaurierung des Görminer Altars

Festgottesdienst zum Abschluss der Restaurierung des Görminer Altars

 

Mit einem Gottesdienst am Sonntag, den 10. November feiert die Kirchengemeinde um 14 Uhr die Fertigstellung der Restaurierung des wertvollen Elias-Keßler-Altars. Der Kirchengemeinderat bedankt sich in diesem Rahmen für die überwältigende Anteilnahme und Hilfe bei allen Unterstützern und für die fördernde Begleitung. Nur gut zwei Monate lief das Projekt „Meisterwerk in kleiner Kirche braucht Hilfe“ auf der Sparkassen-Crowdfunding-Plattform www.99Funken.de und endete am 13. Februar. In dieser Zeit sprang der „Spenden-Funke“ viele Male über: Mehr als 100 Unterstützer, nicht nur aus der eigenen Gemeinde, spendeten über 14.000 Euro. Die Ostdeutsche Sparkassenstiftung und die Stiftung der Sparkasse Vorpommern für Wissenschaft, Kultur, Sport und Gesellschaft hatten das Vorhaben bereits im Vorfeld mit einer größeren Summe bedacht und die Spendenaktion mitinitiiert. Mit diesen Mitteln und den bereits seit Jahren eingeworbenen Spenden wurde es möglich, die Restaurierung des Altars durchzuführen. Dank der vielen Spenden wurden auch Mittel für die Restaurierung der Görminer Kanzel frei.

Der Altar und seine Holzfiguren sind ein Glanzstück der vorpommerschen barocken Schnitzkunst. Im Jahr 1710 wurde er fertiggestellt. Der bedeutende Bildhauer Elias Keßler (um 1685-1730) war wohl maßgeblicher Schöpfer dieses Meisterwerkes. Keßler lernte sein Handwerk bei dem berühmten Architekten Andreas Schlüter, der das Berliner Schloss entworfen hatte. Neben mehreren Engeln zeigen besonders die vier vollplastischen Evangelisten eine expressive Wirkung, wie sie selten angetroffen wird. Die Restauratorin Jenny Louise Heymel aus Kreutzmannshagen hat alle Teile des Altaraufbaus gründlich gereinigt und u.a. auch Teile des Altars abgebaut und in ihre Werkstatt zur Bearbeitung gebracht. Erst beim Abbau zeigte sich das ganze Ausmaß des bereits fortgeschrittenen Verfalls. Ein Großteil des Holzes war geschwächt und musste mit einem Kunstharz stabilisiert werden. Zusätzlich zum Holz wurden auch die Farben stabilisiert und Fehlstellen ergänzt. Fehlende Teile, wie z. B. Finger, wurden durch Schnitzarbeiten vervollständigt. Die Verleimungen der Schnitzereien und Hölzer wurden erneuert und die bearbeiteten Stellen retuschiert und der Farbton der vorhandenen Umgebung angepasst. Dunkel korrodierte Goldauflagen wurden erneuert. Das betrifft vor allem die Akantusblatthöhen und Gewandfalten. Nun erstrahlt der barocke Altar wieder in neuem Glanz und die Görminer und ihre Gäste können sich freuen.

„Bewahren, Stärken, Begeistern.“ Die Ostdeutsche Sparkassenstiftung fördert in diesem Sinne seit 1996 Kunst, Kultur und Denkmalpflege. Die Stiftung ist ein Gemeinschaftswerk aller Mitgliedssparkassen des Ostdeutschen Sparkassenverbandes (OSV) in Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, Sachsen und Sachsen-Anhalt. Über 2150 Projekte wurden zusammen mit den heute 45 OSV-Sparkassen gefördert, begleitet und selbst realisiert. Dafür standen rund 92 Millionen Euro aus den Vermögenserträgen, dem überörtlichen Zweckertrag des PS-Lotterie-Sparens sowie den projektbezogenen Zusatzspenden der Sparkassen und ihrer Verbundunternehmen zur Verfügung. Davon wurde allein im Land Mecklenburg-Vorpommern für 335 Projekte eine Gesamtsumme von mehr als 13 Millionen Euro bereitgestellt. Die Sparkassenorganisation ist der größte nicht-staatliche Kulturförderer in Deutschland.

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